Die Innenstadt Dresdens das so genannte Elbflorenz

- Dresden Stadtzentrum -

Geschichtssplitter bearbeitet von: Hans-Jürgen Haupt  2000-2002                                                                                                                                      

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Dresdens Ursprung fällt in die Zeit zurück, wo die Sorben in dieser vor 1000 Jahren noch mit dichten Wald bedeckten Gegend feste Wohnsitze suchten. Auf dem linken Elbufer deuten Ostra (Ostrow), Poppitz, Fischerdorf, der Taschenberg und Elbberg auf den frühesten Ursprung der Stadt hin. Der Name ist slawischen Ursprungs "Drjezajenje" (Waldbewohner, urkundlich Dresdene). - Nachdem König Heinrich I. um 922 die Sorben unterworfen hatte und Meißen Sitz eines Markgrafen und eines Bischof geworden war, trat auch Dresden unter die Pflege deutscher und christlicher Kultur. - Aus der Zeit Markgraf Dietrichs von Meißen stammen die ältesten Urkunden, von 1206, 1215 und 1216, in denen wir Dresden überhaupt zuerst und zugleich als zeitweilige Residenz des Markgrafen und besonders als Stadt (civitas) erwähnt finden. Dietrichs Sohn und Nachfolger, Heinrich der Erlauchte (gest. 1288), hatte in der alten markgräflichen Burg am Taschenberg vorzugsweise seinen Wohnsitz. Die Stadt beschränkte sich damals auf die heutige innere Altstadt und war mit Mauern und Gräben umgeben; am rechten Ufer lag das Dorf Alten-Dresden (die heutige Neustadt), das erst 1403 Stadtrechte erhielt und 1550 mit Dresden zu einer Stadt vereinigt wurde. Bei der Teilung Sachsens zwischen Ernst und Albert 1485 kam Dresden an letztern und blieb seitdem ununterbrochen Residenz der sachsen- albertineschen Linie. Durch Alberts Sohn, Herzog Georg den Bärtigen, wurden 1521-28 die Befestigungen verstärkt und ward 1834-37 das Georgenschloß erbaut. Sein Nachfolger Heinrich der Fromme führte 1539 die Reformation ein. "Vater" August 1. (1553-86) ließ das Straßenpflaster anlegen, die Annenkirche, das Zeughaus, den Jägerhof etc. erbauen und wurde der Gründer der Bibliothek und der meisten wissenschaftlichen und Kunstsammlungen. Dresdens glänzendste Periode begann mit der Regierung Augusts II., des Starken, 1694-1733, seit 1697 zugleich König von Polen. Das 1685 abgebrannte Alten-Dresden wurde nach einem großartigen Plan wieder aufgebaut und Neustadt-Dresden genannt; auch die Kunstsammlungen sowie die Bibliothek erhielten die wertvollsten Bereicherungen. August III. (1733 bis 1783) ließ 1739 -64 die prächtige katholische Hofkirche erbauen. Nachdem die Preußen nach der Schlacht von Kesselsdorf (15. Dez. 1745) Dresden erobert hatten, kam hier der Friede zwischen Österreich, Preußen und Sachsen 25. Dez. 1745 zustande. Der Siebenjährige Krieg brach Dresdens Blüte auf längere Zeit. Die härtesten Leiden trafen die Stadt bei der erfolglosen Belagerung und der Beschießung durch die Preußen unter Friedrich d. Großen selbst (Juli 1760), wobei die Kreuzkirche nebst zwei andern Kirchen und über 600 Häuser in Trümmer sanken. - Unter der vormundschaftlichen Regierung des Prinzen Xaver (1763-68) wurde die Stadt jedoch nicht nur wiederhergestellt, sondern auch sehr bedeutend erweitert und 1764 die Akademie der Künste gegründet. Die französische Revolution führte viele Emigranten nach Dresden, noch mehr aber die letzte Teilung Polens. Als die sächsischen Truppen 14. Okt. 1806 mit in das Unglück von Jena verwickelt worden waren, besetzte der französische General Thiard 25. Okt. Dresden; doch ward es 20. Dez., nachdem der Kurfürst dem Rheinbund beigetreten war und die Königswürde (als solcher Friedrich August I., gest. 1827) angenommen hatte, Sächsische Königsstadt. Im Jahr 1810 begann man mit Abtragung der Festungswerke, doch ward diese Arbeit beim Ausbruch des russisch-französischen Krieges unterbrochen. Vom 16.-28. Mai 1812 fand in Dresden eine glänzende Zusammenkunft Napoleons, des Kaisers von Österreich, des Königs von Preußen und verschiedener andrer Fürsten statt, und die Heere von beinahe ganz Europa zogen durch Dresden als Bundesgenossen Napoleons. Im Jahr 1813 war die Stadt ein Hauptpunkt der Operationen Napoleons. Am 13. März rückte der Marschall Davout mit 12 000 Mann von Meißen nach Dresden vor. Da vor der Neustadt bereits Scharmützel (kurzes, kleines Gefecht) mit Kosaken stattgefunden hatten, ließ der Marschall am 19. März einen Pfeiler und zwei Bogen der Elbbrücke sprengen und zog ab, worauf 22. März die Russen die Stadt besetzten, sie aber dann nach der Schlacht bei Großgörschen wieder räumten. Als im August nach der Kriegserklärung Osterreichs an Frankreich der Krieg von neuem ausbrach, blieb Dresden der Mittelpunkt der Bewegungen der französischen Armee und war 26. und 27. Aug. den Angriffen der böhmischen Armee ausgesetzt, "die Schlacht bei Dresden", die mit dem Rückzug der Alliierten endete, und in der Moreau fiel. Nach dem Frieden gewann Dresden ein freundlicheres Ansehen infolge der Abtragung der Festungswerke, die seit 1817 wieder in Angriff genommen ward. Unter der Regierung des Königs Anton (1827-36) wurde die Gasbeleuchtung 1828 eingeführt, die Stadtpost errichtet und die frühern (die jetzigen sind in der Albertstadt) Kavalleriekasernen in der Neustadt erbaut. An wissenschaftlichen Anstalten entstand (1828) die technische Bildungsanstalt (Polytechnikum). Die Erweiterung der Stadt auf der Neustädter Seite, der seit dem 30 jährigen Krieg entstandene "Neue Anbau auf dem Sande", ward 1835 zu einer besonderen Vorstadt unter dem Namen Antonstadt vereinigt. Auch unter König Friedrich August II. (1836 bis 1854) ward Dresden verschönert, namentlich durch das neue Theater, das 21. Sept. 1869 ein Raub der Flammen wurde, das Orangeriegebäude und das Belvedere auf der Brühlschen Terrasse. Infolge der Ablehnung der deutschen Reichsverfassung seitens des Königs von Sachsen nach am 3. Mai 1849 ein Aufstand und Barrikadenkampf aus, der am 9. von sächsischen und preußischen Truppen unterdrückt wurde.

Einen ganz bedeutenden Aufschwung hat dann Dresden unter den Königen Johann (1854-73) und besonders Albert (1873-1901), Georg (1902-04) u. Friedrich August III. (seit 1904) genommen, vor allem dank der Tätigkeit weitschauender und energischer Oberbürgermeister, wie Stübel (1877-95) und Beutler (seit 1805). Die Ereignisse des Jahres 1866, wo Dresden von Seitens Preußens als strategischer Punkt mit einem starken Schanzengürtel umgeben wurde, der seit der goldenen Hochzeit des Königs Johann 1872 wieder beseitigt wurde, haben dieses Aufblühen nur auf kurze Zeit zu hemmen vermocht. Am meisten hat der Durchbruch großer Straßen, wie der König-Johann-Straße , der Johann-Georgen-Allee, und die Anlegung einer breiten Ringstraße um die innere Altstadt, vor allem aber die durchgreifende Erneuerung der Bahnhöfe und der sie verbindenden Linien und Brücken und der an sie angeschlossenen Hafenanlagen, die 1890- 1901 mit über 60 Mill. Mark. durchgeführt wurden ist, sowie die Erbauung von drei neuen Elbbrücken den Verkehr in und mit der Stadt erleichtert und zugleich das Stadtbild verändert.

Die Errichtung eines großen Ausstellungspalastes mit Park hat seit 1896 die Veranstaltung einer Reihe zum Teil hochbedeutsamer Ausstellungen für Kunst, Gewerbe und andre Zwecke ermöglicht.! Das königl. Schloss ist durch Umbau 1889-1901 zu einer Zierde der Stadt geworden. Für fast sämtliche Behörden und öffentliche Anstalten sind stattliche Gebäude neu errichtet, wie insbes. für die Ministerien, die Landstände, die Polizei, die Gerichte, die Posten, die Kunstakademie ferner das Rathaus, viele Kirchen und Schulen, Markthallen, Krankenhäuser, Bäder, Wasser-, Gas- und Elektrizitätswerke , der Vieh- und Schlachthof. Dabei ist der Stadt die Günzsche und Blochmannsche Stiftung mit jährlich etwa 300 000 M. Ertrag für Wohltätigkeitsanstalten und Verschönerung der Stadt ungemein zugute gekommen. Für die Erweiterung der Stadt und ihrer sozialen Aufgaben ist durch die Einverleibung von Vororten Vorsorge getroffen, und die Straßenbahnverbindungen mit ihnen sind sehr erweitert und in öffentlichen Besitz übernommen worden.

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